„Kultur im Umbruch“ – Kultur & Nachhaltigkeit

Kultur & Nachhaltigkeit : „Gutes Klima für Festivals“

Wenn übermorgen die 10. Jahrestagung des Fachverband Kulturmanagement in Weimar beginnt, freue ich mich dabei zu sein und die Gelegenheit zu haben, einen kurzen Vortrag über das Thema „Kultur & Nachhaltigkeit“ zu halten.

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Programm

Das Leitthema der Konferenz „Kultur im Umbruch“ bedeutet auch sich verändernde ökologische Bedingungen bei der „Kultur-Herstellung“. Sei es Anforderungen zur Energie-Effizienz in Theatern, Digitalisierung in Museen, Mobilitäts-Konzepte für Festivals oder verstärkte Sicherheitsanforderungen bei Veranstaltungen – der „Nachhaltigkeitsfaktor“ zieht sich durch alle Bereiche und wird durch zukünftige Auflagen von Oben (Behörden) und zunehmenden Druck von Unten (Publikum) verstärkt mit bedacht werden müssen.

Mit dem wachsenden Markt von Festivals, die es heute in Deutschland und Europa gibt und der gleichzeitig intensivierenden Debatte um Umweltverträglichkeit, Nachhaltigkeit und Klimaschutz, müssen sich auch Festivalmanager fragen, wie sie dieses Thema behandeln. Bei der Vielzahl von Festivals in Europa liegt die Spannbreite derzeit noch zwischen bereits „grünen Festivals“ mit minimalen Belastungen für die Umwelt und Veranstaltungen, die sich noch kaum mit dem Thema beschäftigen.

Nach den Beschlüssen der Welt-Klimakonferenz in Paris im November 2015 (COP21) und der daraus folgenden zukünftigen Umsetzung in Staaten, Organisationen und Verbänden werden Bedingungen und Standards dazu führen, dass für jedes Mitglied der Kreativ-Industrie das Thema Nachhaltigkeit ein notwendiger Bereich wird.

Rock- und Popfestivals gehören spätestens seit Monterey (1967) und Woodstock (1969) zur modernen Kultur. Insbesondere in den letzten 15 Jahren hat die Anzahl und Spezialisierung der europäischen Festivals immer weiter zugenommen. Gemeinsam ist es ihnen, dass sie sich immer mehr mit Ihrer „Grünheit“ auseinandersetzen müssen, ebenso wie auch Festivals der Klassik, Biennalen, Kunst-Sommer, Filmfestivals, etc.

Wenn sich das Thema Nachhaltigkeit durch alle Bereiche zieht, stellt sich die Frage, wie ein Festivalmanager mit diesen veränderten Bedingungen umgehen kann. Der Vortrag gibt eine erste Einführung in das Thema und erstellt anhand von Beispielen, Fragen und Stichpunkten eine erste Systematik für ein „Nachhaltigkeitskonzept für Festivals“.

Festivals & Nachhaltigkeit

dont-pee-glastonbury„Gutes Klima für Festivals – Nachhaltigkeits-Anforderungen an das Festivalmanagement“

Der emotionale Jubel über das neue Klimaschutz-Abkommen bei der Welt-Klimakonferenz in Paris (COP21)  im November 2015 war noch nicht ganz abgeklungen, da mahnten Experten bereits dazu, die Vereinbarungen mit Leben zu füllen und die weitreichenden Anforderungen auf die nationalen Ebenen zu übertragen. Die Umsetzung der ambitionierten Ziele obliegt aber nicht nur den Regierungen und großen Organisationen, sondern letztendlich jedem von uns – jedem Einzelnen, jeder Firma, jeder Organisation und auch jedem Kulturbetrieb.

Es ist deswegen wahrscheinlich, dass offizielle Bedingungen und Standards über kurz oder lang dazu führen, dass alle Branchen der Kreativwirtschaft sich dem Thema „Nachhaltigkeit“ werden stellen müssen und somit auch alle Festivalverantwortliche.  Viele stellen sich ohnehin bereits Fragen nach Umweltverträglichkeit, Nachhaltigkeit und Klimaschutz und versuchen, ihre Festivals dementsprechend auszurichten.

Nachdem ich vor einigen Jahren bei einem Besuch von dem „Fès Festival of Sacred Music“ auf das Thema aufmerksam wurde und bereits darüber geschrieben hatte, wollte ich mich diesmal tiefer mit der Materie und dem stetig wachsenden Festivalmarkt  auseinandersetzen.

Mein Fachartikel  „Gutes Klima für Festivals – Nachhaltigkeits-Anforderungen an das Festivalmanagement“, der in der letzten Ausgabe des Kulturmanagement Handbuchs erschien, beschäftigt sich mit diesem Thema und bietet Festivalverantwortlichen – aufbauend auf Beispielen, Fragen und Stichpunkten – in Form eines „Nachhaltigkeitskonzepts für Festivals“ eine erste Hilfestellung. Dabei werden systematisch alle wichtigen Bereiche angesprochen, durch das ein individualisierter Leitfaden erstellt werden kann.

Sie können den ganzen Fachartikel  (zur Zeit noch kostenpflichtig) hier herunterladen, oder mich direkt kontaktieren. Ebenso sind wir noch bis Juni 2016 offen für Gespräche mit Interessierten Organisationen als mögliche Kooperationspartner für ein Europäisches Projekt zu dem Thema „Festivals & Sustainability“.

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Aufruf zur Toilettennutzung beim Glastonbury Festival

nachgelesen: Kultur & Nachhaltigkeit

In der Endphase eines neuen Essay zum Thema „Haben Festivals in Europa eine Nachhaltigkeits-Strategie?“. Bei der Recherche stoße ich auf einen Artikel, der mir sehr bekannt vorkommt, bis mir auffällt: Ach ja, er ist ja von mir – und – obwohl über 8 Jahre alt – immer noch aktuell…->

„…Insbesondere der Vorschlag eines Internationalen Kulturfonds, der den Wert von Kultur als Motor nachhaltiger Entwicklungspolitik ernst nimmt, wurde von vielen Teilnehmern begrüßt. […] Jedoch selbst wenn das Vermögen dieses Fonds wahrscheinlich zunächst gering ausgestattet sein wird und auf freiwilligen Beiträgen beruht, würde sich damit auf der internationalen Ebene wiederholen können, was sich in lokaler Kulturarbeit oft ganz praktisch zeigt: dass nämlich Kultur dann floriert, wenn Politik, der private Sektor (Wirtschaft) und die Kulturschaffenden zusammenarbeiten. Dass diese Kooperation wiederum einen positiven Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung leistet, wurde auf der Konferenz von vielen Teilnehmern aus unterschiedlichen Ländern bestätigt. …“

„Nachhaltigkeit durch aktive Kulturpolitik – Die Konferenz „Kulturelle Vielfalt – Europas Reichtum“ in Essen“, veröffentlicht als “ Wigbert Böll“ Mai 2007 in: „Kultur und Management im Dialog, Nr. 7“, S. 22-27, herausgegeben vom Kultur Management Network

The „Soul of Europe“ includes solidarity, respect and tolerance

bc2015-schulzStarted by a strong speech by European Parliament President Martin Schulz, the 2nd day of the conference about “Europe, its values, its citizens” continued to be an interesting collection of many initiatives, ideas and specific examples of citizen participation.

Now, with the current refugees challenge, Europe needs to prove itself in many ways and is forced to come to terms with its own identity. As Doris Pack, former chair of the cultural & education committee in the European Parliament – said: “…we are still working on the task, to give Europe a soul and it is now more necessary than ever.”
bc2015-wb-2Especially because there are no traditional nationalistic ideals for Europe and because of its diversity with a wide variety of languages and cultures, the European Soul can be only discovered in common values and higher ideals. These however, need to be translated into practical and understandable actions. As an example, we can take the idea of European Cultural Capital, which is a title given to a city not to showcase folkloristic performances and present their own national cultures, but rather to use the platform as a unique tool to demonstrate how the local, regional and national culture is part oft the European Culture.

However, many European countries are still looking for their identity within the larger group. This requires sensitivity from all constituents and the willingness to learn from each other.

bc2015-pevelascoOne focus of the day was the discussion about the European peripheries, the areas to where the general focus in the European discussion has moved to already since a while, but which is now overrun by the current events. The outside borders of Europe are in the periphery and urgently need some form of united professional management, but the real conflicts are now in between the peripheries. Some nations just recently became members oft he EU, some would like to and yet others outside the chance (like Ukraine, Kosovo or Turkey) are nevertheless part of the European periphery and as such an important player not only in the refugee challenge. Hannes Swoboda – president of the international Institute for peace – compared the possible conflicts with the situation in the Paris Banlieus. When we ignore and forget the people in these regions, we will unnecessarily saw even more conflicts.

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So, what is the solution? Integration through culture! This means specifically intercultural exchange, citizen participation and grassroots initiatives. With various initiatives introducing their activities, it became clear, that the European soul could be found also in its solidary actions in between communities. One example is Athens, where local citizens started to form their own initiatives with absolutely no financial support (because „ there is no money from nowhere in Greece since the crisis“ – as Amalia Zepou (Vice-Mayor of Athens) said.

bc2015-nclbrtnd“Culture can create places and opportunities…”,   said Michael Roth from the German Foreign Ministry in his Keynote; places, where people can meet and interact and start to see each other as human and therefore nourish the respect despite the differences. In looking beyond the differences and focussing on our common ideas and values, we are actively supporting the establishing of a European soul.

bc2015-asfeEvery European citizen has a story but how do you bring these stories to the community? Asked the future Curator of the Humboldt Forum in Berlin, Paul Spies. All these individual stories belong to the greater European Narrative – the story of Europe, told in millions of voices, building together the culture of a continent.

Every refugee has a story, too. Why would so many refugee stories tell of the desire to come here – not to take advantage of our democratic systems, but as a safe haven from war, suppression, dictatorship or brutal poverty under corrupt governments. Europe is an idealistic hope for many as much as it is a promise. With nowhere else to go, it is logical, that the refugees chose a place, where they may have a better chance to survive.

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With the “Europarede” of the current European President Donald Tusk, a long day ended. However, the work of describing, communicating, distributing the ideas for a European Culture just continues.

Only when Europe understands its own value, a proper response towards the challenges of our time can be formulated. The value of united democratic societies, living in peace and freedom, forming a union build on respect, tolerance and solidarity. This Europe, which is in itself an accomplishment – given the history until 1945 (and lets not forget the “Balkan Wars”) – this Europe is worth to be protected. Therefore the European border protection in its most humane form is necessary.

bc2015-ktowensIf there was one thing, many speakers of today agreed upon, it has been this: that in these challenging times, we all need more courage to talk about the positive side of our continent, to mention her values and to proudly show the soul of Europe.

Experten-Datenbanken

Eine relativ interessante Methode für unabhängige Berater, Freiberufler und andere Selbständige, ihr eigenes Profil zu schärfen, bzw. sich zu vermarkten ist ein Eintrag in (online-) Datenbanken, die meistens für ein bestimmtes Thema oder eine Industrie eingerichtet sind. Im Bereich der Kulturpolitik gibt es z.B. ConnectCP und seit einigen Jahren auch das European Expert Network on Culture (EENC). Aufnahme in diese Datenbanken erfolgt über eine Bewerbung, die ein Minimum an Erfahrung und Bezug zu dem Thema erfordert.